Grundfutterergebnisse 2017 - Stand 02.11.2017

1. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2014 339 93 147 223 450 252 83 6,46
2015 321 91 153 241 469 276 63 6,27
2016 377 92 168 204 399 264 115 6,50
2017 361 99 149 210 421 246 112 6,52
Seit einigen Jahren sind zwei neue Begriffe bei der Grundfutteruntersuchung aufgelistet. Die NDF (Neutral-Detergenz-Faser) und die ADF (Säure-Detergenz-Faser) sind Werte, die künftig die Rohfaser ersetzen werden. In der NDF sind ADF und Hemicellulosen enthalten. Die ADF enthält neben der Cellulose auch die unverdauliche Gerüstsubstanz Lignin und ist damit ein Zeiger für die Verdaulichkeit des Futters. Zielwerte für NDF sind < 480 und ADF < 270 bei Grassilage.
Im Vergleich zu den Vorjahren kann man erkennen, dass 2017 trotz eines verspäteten Schnittzeitpunkts in einem physiologisch jüngeren Stadium geschnitten wurde. Die kalte Witterung mit Schnee und Frost konnte den Verholzungsgrad der Pflanzen hinauszögern. Der Erste Schnitt ist somit hoch verdaulich mit geringer Strukturwirkung. Der Rohproteingehalt ist mit 149 g sehr niedrig und der Energiegehalt mit 6,52 MJ NEL gut. Hohe Zuckergehalte (bis 200 g), die vor allem durch viel Sonne am Tag und kalten Nächten begünstigt werden, erschweren zudem noch eine optimale Rationszusammenstellung. Strukturträger wie Stroh und Heu oder ein etwas älterer 3. Schnitt sollten heuer unbedingt in die Ration eingebaut werden. Im Kraftfutter sind Komponenten mit schnelllöslichen Kohlehydrate (wie z. B. Weizen) nur bedingt geeignet. Körnermais und Trockenschnitzel sind hier vorzuziehen.
2. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2014 359 106 150 238 454 277 81 6,40
2015 363 106 152 242 462 281 82 6,31
2016 342 100 149 252 469 300 51 6,21
2017 374 113 162 237 459 287 68 6,23
Der 2. Schnitt ist heuer im Vergleich zu den letzten Jahren wieder sehr gut. Viele Proben waren besser als der erste Schnitt. Der Grund hierfür liegt in den sehr guten Wachstumsbedingungen ab Mitte Mai. Viele Schnitte wurden bereits nach 3 bis 4 Wochen nach dem 1. Schnitt geerntet. Diese Proben haben dann vielfach auch einen sehr hohen Zuckergehalt. Auch die NDF- und ADF-Werte liegen vielfach unter den geforderten Grenzwerten.
3. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2014 391 110 156 246 474 293 73 5,98
2015 378 106 165 246 447 281 73 6,23
2016 380 105 158 253 483 301 57 6,13
2017 391 118 172 235 460 292 63 6,05
Die Grassilage im 3. Schnitt ist von den Ergebnissen sehr ausgeglichen. Entscheidend jedoch ist auch hier der Abstand zum 2. Schnitt. Die Rohproteinwerte liegen mit 172 g sehr gut. Da der Energiegehalt eher knapp ist, würde der 3. Schnitt heuer optimal zum 1. Schnitt als Mischpartner passen.
4. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2014 346 125 171 237 460 287 37 5,96
2015 382 111 185 234 447 276 64 6,26
2016 367 117 177 239 462 294 44 6,10
2017 379 122 183 231 460 287 45 6,03
Der 4. Schnitt wurde heuer von 1. bis 25. August geerntet. Die Werte sind auch hier rel. ausgeglichen. Sowohl die früheren wie auch die späteren Schnitte konnten gute Inhaltsstoffe aufweisen. Mit dem 4. Schnitt ist auch deine deutliche Steigerung im Rohproteingehalt zu sehen. Der Zuckergehalt hat sich wieder normalisiert. Auffallend ist der hohe Rohaschegehalt bei den Schnitten 2 bis 5. Hier ist auch die große Belastung an Wühlmäusen in den Beständen eine große Gefahr. Um die Verschmutzung so gering wie möglich zu halten, ist ein Schnitt bei trockenen Verhältnissen anzustreben. Die rel. hohen ADF-Werte zeigen, dass auch zum 4. Schnitt noch Gräser mit einer raschen Verholzung im Bestand sind. Häufig sind dies die sehr frühen Bastardweidelgräser, die bei jedem Schnitt einen Samenstängel ausbilden.
5. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2014 324 125 175 227 37 6,19
2015 385 116 198 219 401 256 56 6,47
2016 352 115 185 228 436 274 43 6,32
2017 325 126 183 217 430 271 36 6,11
Der 5. Schnitt wurde von Mitte August bis Mitte Oktober geerntet. Diese große Zeitspange beinhaltet sowohl die Intensität der Bewirtschaftung wie auch den geografischen Standort. Intensiv wirtschaftende Betriebe konnten heuer aufgrund der sehr guten Wachstumsbedingungen leicht 6 oder sogar 7 Schnitte ernten. Im 5. Schnitt sind die Werte von Rohprotein und Energie wieder angestiegen. Der ADF Wert ist mit 271 im idealen Bereich. Der Rohaschegehalt ist auch beim 5. Schnitt sehr hoch.
Die warme Witterung im Frühjahr ermöglichte auch heuer wieder sehr frühe 1. Schnitte die bereits am 23. bis 25 April geerntet wurden. Auch die Folgeschnitte wurden nach ca. 4 bis 5 Wochen geerntet. Sehr viele Betriebe haben somit 7 Schnitte geerntet. Die oben gezeigte Werte sind die Durchschnitte der einzelnen Parameter. Gerade heuer haben wir bei den einzelnen Erntetagen eine enorme Streuung. So streuen z.B. am 05. Mai (beim Eiweißgehalt) die Werte von 124 g und 196 g. Um hier eine genaue, pansengerechte und auch wirtschaftliche Ration zu rechnen ist es unbedingt erforderlich das eigene Futter zu untersuchen. Insbesondere, im Hinblick auf die neue Dünge-Verordnung, ist die Höhe der Mineralstoffgehalte im Grundfutter (hier speziell Phosphor) sehr wichtig. Unsere Empfehlung ist deshalb, auch den Mineralstoffgehalt im Futter untersuchen zu lassen. Nur so kann eine kostengünstige und umweltgerechte Mineralstoffergänzung erstellt werden.
Eine professionelle Fütterungsberatung von unseren Beratern vom LKV ist eine gut angelegte Investition in die Tiergesundheit und Wirtschaftlichkeit Ihrer Herde.
Silomais
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g Stärke g MJ NEL
2013 336 34 81 192 319 6,64
2014 340 41 77 194 317 6,75
2015 367 31 77 199 339 6,80
2016 347 31 71 195 335 6,81
2017 362 34 79 193 312 6,91
Der Silomais wurde heuer aufgrund der nassen Witterung zum Teil sehr spät (Mitte Mai) gesät. Die guten Wachstumsbedingungen im Mai und Juni konnten die verlorene Zeit jedoch wieder aufholen. Regionale Unterschiede gab es bei den Niederschlägen im Juli. Hier war der Süden deutlich begünstigt. Im nördlichen Landkreis konnte man auf sandigen bzw. kiesigen Standorten Trockenschäden beobachten. Bei den Inhaltsstoffen sind etwas geringere Werte an Stärke, jedoch erfreulich gute Energiewerte zu beobachten.

Ansprechpartner

Josef Schmalzbauer
AELF Traunstein
Schnepfenluckstraße 10
83278 Traunstein
Telefon: +49 861 7098-168
Fax: 0861/7098-150
E-Mail: poststelle@aelf-ts.bayern.de

Fachzentrum Rinderhaltung