Pressemitteilung vom 24.08.2016
Landwirte haben ein Herz für Heimat und Tiere

Rinder auf der Weide

Sommerweidehaltung

Mit mehr als 7100 sogenannten Agrarumweltmaßnahmen (AUM) stellen die heimischen Landwirte eindrucksvoll ihr Bemühen um eine intakte Umwelt und das Wohl ihrer Nutztiere unter Beweis. Das ergibt die neueste Auswertung der AUM-Statistik, deren wichtigste Ergebnisse das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) jetzt herausgegeben hat.

Demnach haben sich 60 Prozent der insgesamt 3970 aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein zu einer oder mehreren Maßnahmen nach dem Kulturlandschafts- oder dem Vertragsnaturschutzprogramm verpflichtet.
Alfons Leitenbacher, Behördenleiter des AELF Traunstein, sowie Hans Zens, Leiter der Förderabteilung, loben daher dieses im bayernweiten Vergleich herausragende Ergebnis, das zeige, "dass unsere heimischen Bauern ein Herz für ihre Heimat und ihre Nutztiere haben".
Allein mehr als 1000 Betriebe sind in verschiedenen Programmen zur extensiven Grünlandnutzung mit Mineraldüngerverzicht, in fast 700 Fällen haben sich die Landwirte zusätzlich verpflichtet, ihre Wiesen später zu mähen. Dies komme nicht nur der Artenvielfalt auf den Wiesen zugute, sondern auch den Bienen und sonstigen Insekten sowie dem Niederwild.
Große Anstrengungen werden auch zur Verbesserung des Tierwohls unternommen. Am augenfälligsten sind dabei die zahlreichen neugebauten Rinder-Laufställe. Darüber hinaus lassen aber immerhin rund 40 Prozent der rinderhaltenden Betriebe zumindest einen Teil ihrer Tiere im Sommer auf die Weide, weitere knapp 300 haben sich im Rahmen des Vertragsnaturschutzes zu einer besonders extensiven Beweidung verpflichtet.
Gut 500 Betriebe bringen ihre Gülle mit bodennaher Technik besonders emissionsarm aus und verringern so Nährstoffverluste und unangenehmen Gestank. Gezielte Maßnahmen zum Gewässer- und Erosionsschutz wurden in 162 Fällen vereinbart.
Nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus wirtschaften inzwischen über 450 heimische Bauern, das sind gut 9 Prozent der Betriebe im Zuständigkeitsbereich des AELF Traunstein. Bayernweit liegt diese Quote bei 6,6 Prozent. Mit mehr als 60 neuen Bio-Bauern war in diesem Jahr der Zuwachs besonders groß, insbesondere in den acht Gemeindebereichen der Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel.
Leitenbacher und Zens hoffen, dass sich dieses erfreuliche Engagement der heimischen Landwirte für Natur, Umwelt und Tiere fortsetzt und noch ausbauen lässt. Mit zusätzlichen 69 Millionen Euro, welche die Bayerische Staatsregierung für die nächsten beiden Jahren allein für das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm beschlossen hat, seien die besten Voraussetzungen dafür geschaffen.