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Marzoller Au (8243-371)

Überblick

Die Marzoller Au ist mit ihren zahlreichen Feuchtbereichen ein wertvolles Refugium für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten

Die Marzoller Au liegt zwischen Bad Reichenhall und Piding beidseits der Saalach. Bestockt mit reichstrukturiertem Auwald, der immer wieder von Blößen, kleineren Freiflächen und Feuchtbiotopen durchbrochen wird, ist die Marzoller Au das einzige südbayerische Refugium für den Kleinen Maivogel - ein Tagschmetterling, der zu seinem Gedeihen die enge Verzahnung von (Eschen-)Auwald und durchsonnten Feuchtwiesen benötigt.


Lage des Natura 2000 Gebietes "Marzoller Au"


Die Marzoller Au ist mit 140,5 Hektar Fläche eines der kleineren Natura 2000 Gebiete im Bereich des AELF Traunstein. Im Gebiet kommen folgende Bewirtschaftungsformen und Eigentumsarten vor:

Bewirtschaftungsformen und Eigentum im Natura 2000 Gebiet Marzoller Au (Angaben in Hektar Fläche)
Summe
Offen-
land
Summe
Wald
  Offen-
land
Privat  
Offen-
land
BaySF 
  Wald
BaySF  
Wald
Kom-
munen 
Wald
Bundes
forst 
Wald
Privat 
22,1  20,6  1,5  118,4  112,1  4,7    1,6 

Schutzgüter

1. Lebensraumtypen

Nur bei extremem Niedrigwasserstand fallen Schotterbänke der Saalach trocken

Ein bedeutsames Schutzgut in Natura 2000 Gebieten sind die nach Anhang I der Fauna-Flora-Habitat-(FFH) Richtlinie bestimmten Lebensraumtypen. Dies sind in erster Linie natürliche, aber auch durch menschliche Beeinflussung geschaffene, halbnatürliche Entwicklungsstadien von Pflanzengesellschaften, die in ihrem regionalen Verbreitungsgebiet typisch und europaweit gesehen äußerst wertvoll und unbedingt erhaltenswert sind.


Vorkommen und Verbreitung von FFH-Lebensrauntypen in der Marzoller Au
Lebensraumtyp Kennziffer Anteil (%)
Auenwälder mit Schwarzerle und Esche  91E0  89 
Bereiche ohne FFH-Lebensräume  11 

Die Lebensraumtypen in der Marzoller Au werden im Folgenden einzeln vorgestellt


> Auenwälder mit Schwarzerle und Esche

Hier finden Sie eine Beschreibung des Natura 2000-Lebensraumtyps "Auenwälder mit Schwarzerle und Esche"



2. Tier- und Planzenarten

Ein weiteres wichtiges Schutzgut in Natura 2000 Gebieten sind die nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat (FFH) Richtlinie bestimmten Tier- und Pflanzenarten. Die hier ausgewählten Arten stellen nur einen Bruchteil der die geschützten Lebensraumtypen besiedelnden Lebensgemeinschaften dar; das Vorkommen und Gedeihen dieser speziellen Bewohner dient jedoch als zuverlässiger Weiser für einen intakten und gesunden Lebensraumtyp.


Vorkommen von geschützten Anhang II-Arten in der Marzoller Au
Geschützte
Anhang II-Art
Kennziffer Besonders geschützte (prioritäre) Art
Kleiner Maivogel  1052 

Die geschützten Anhang II-Arten im Heigermoos werden im Folgenden einzeln vorgestellt:


> Kleiner Maivogel

Hier finden Sie Hinweise zu Charakteristik und Bedeutung des Kleinen Maivogels


Schutzkonzeption und Maßnahmen

Blühtenreiche Hochstaudenfluren in enger Nachbarschaft zum Eschenauwald sind ein idealer Lebensraum für den Kleinen Maivogel

Die Güte des Lebensraums und das Gedeihen der Anhang II-Art in der Marzoller ist in aller erster Linie einem intakten Wasserhaushalt der Auwaldstandorte und dem Erhalt des reichstrukturierten Wechsels von Wald und Offenlandflächen geschuldet. Zur Erhaltung und Verbesserung des Gebietszustandes werden Maßnahmen vorgeschlagen, die dazu beitragen können können, die Schutzgüter der Marzoller Au dauerhaft zu sichern.

Konkretisierte Erhaltungsziele
Schutzobjekt Erhaltungsziele
Auwälder mit Schwarzerle und Esche  Erhaltung der naturnahen Auwälder mit ihrem charakteristischem Wasser- und Nährstoffhaushalt, ihrem Strukturreichtum, einer naturnahen Baumartenzusammensetzung sowie einem ausreichenden Alt- und Totholzanteil. Erhaltung der natürlichen Entwicklung auf extremen Standorten 
Kleiner Maivogel  Erhalt der Population des Kleinen Maivogels. Erhaltung der verschiedenen, luftfeuchten Auwaldtypen mit entsprechenden Auflichtungen als Lebensraum 

1. Maßnahmenvorschläge zu den Lebensraumtypen


> Auwälder mit Schwarzerle und Esche

- Förderung eines in Dynamik und Flächenzugriff ungestörten Wasserhaushaltsgeschehens.
- Hydrologisch veränderte Standorte sollten wieder zu natürlichen Verhältnissen rückgeführt werden
- Naturnahe Bewirtschaftung der Auwaldbestände
- Umwandlung von Beständen mit standortsfremden Baumarten


2. Maßnahmenvorschläge zu den Anhang II-Arten


> Kleiner Maivogel

- Fortführung naturnaher Waldnutzungsformen in kleinflächigem Mosaik unter besonderer Förderung von Eschen (Erhalt von Altbäumen, Förderung von Naturverjüngungsansätzen). Gerade vor dem Hintergrund des derzeit grassierenden Eschentriebsterbens ist die Erhaltung und Förderung der Esche als einzige Baumart, an der der Kleine Maivogel seine Eiablage vornimmt und deren Blätter den Raupen als alleinige Nahrungsquelle dienen, vordringliches Ziel.
- Schaffung von reichstrukturierten Waldsäumen
- Erhalt von Waldwiesen, Lichtungen und Schneisen
- Anlage von Waldwegesäumen mit reichblühenden Sträuchen und Gefäßpflanzen
- Befestigung von Waldwegen nur unter Verwendung von wassergebundenem, natürlichem Deckmaterial, um dem Kleinen Maivogel eine ausreichende Anzahl von Saugplätzen anzubieten

Schutzstatus:

Naturschutzrechtlich ist die Marzoller Au geschützt als:
Schutzstatus Gesamtgebietsfläche Teilgebietsfläche
Nationalpark     
Naturschutzgebiet     
Naturdenkmal     
Landschaftsschutzgebiet   
Fauna-Flora-Habitat Gebiet   
Vogelschutzgebiet     

Ansprechpartner:

Wenn Sie Fragen haben, Unterstützung wünschen oder mit Hinweisen zur Erhaltung der Marzoller Au beitragen wollen, wenden Sie sich bitte

> im Bereich der Forstverwaltung an


Alois Rückauf, Gebietsbetreuer Natura 2000
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein
Höllgasse 2
83278 Traunstein
Tel.: 0861-9895020
E-Mail: alois.rueckauf@aelf-ts.bayern.de



> im Bereich der Naturschutzverwaltung an

Hartwig Böhmer
Landratsamt Berchtesgadener Land
Sachgebiet 150 - Fachlicher Naturschutz
Salzburger Straße 64
83435 Bad Reichenhall

Tel.: 08651 - 773-854
E-Mail: hartwig.boehmer@lra-bgl.de


Bewirtschaftet und gepflegt wird die Marzoller Au auf dem größten Teil ihrer Fläche von den Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Berchtesgaden. Zuständiger Revierleiter ist

Hubert Graßl
Nonn 84
83435 Bad Reichenhall
Tel.: 08651 - 2029

E-Mail: hubert.grassl@baysf.de




Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein
Schnepfenluckstraße 10, 83278 Traunstein
Tel.: 0861 7098-0 • Fax: 0861 7098-150 • E-Mail: poststelle@aelf-ts.bayern.de