In diesem Jahr mit ungewöhnlich vielem Zirbenholz
Wertholzversteigerung

Tobias Glück vom Veranstaltungsteam schätzt den Geruch von frischem Zirbenholz

Tobias Glück vom Veranstaltungsteam schätzt den Geruch von frischem Zirbenholz

Der Versteigerungsplatz am Kurhaus in Waging am See ist seit dieser Woche für die Holzversteigerung im Februar wieder reichlich mit Holz bestückt. Mit 485 Festmetern bzw. mit über 500 Stämmen liegt das Angebot fünfzig Prozent über dem langjährigen Mittel. Es stechen aber auch über 60 Zirbenstämme ins Auge.
Besonderheit Zirbe
Zirbe – auch Arve genannt – gehört zu den Kieferngewächsen und wächst vor allem in den Zentralalpen. Mit Ausnahme der Reiter Alm und dem Nationalpark Berchtesgaden ist sie bei uns kaum anzutreffen. Die letzten Jahre hat sich nur ein Zirbenstamm auf die Versteigerung (Submission) verirrt. Das hohe Angebot stammt aus den Saalforsten der Bayerischen Staatsforsten - Forstbetrieb St. Martin bei Lofer. Am 30. Oktober hat hier das Sturmtief "Vaia" zahlreiche Zirben geworfen.
Des Försters Graus ist jetzt des Holzliebhabers Freud
Zirbenholz hat einen sehr charakterisierten Harzgeruch, wirkt nachgewiesen ausgleichend und hat eine beruhigende Wirkung. Aus diesem Grund ist das Holz seit Jahren gefragt für Zirbenbetten und -kissen oder Wandvertäfelungen. Jedem Besucher der Submission ist bei dieser Gelegenheit eine wohltuende Prise des Zirbenduftes am Stammanschnitt zu empfehlen. Wer sich nicht alleine von seiner Nase leiten lassen möchte, dem wird auch noch mit kleinen Kärtchen geholfen. Jeder Stamm am Submissionsplatz ist mit der Baumart beschriftet.
20 Holzarten auf einem Platz
Auch die qualitativ wertvollsten Stämme der klassischen Waldbäume wie Fichte, Lärche, Eiche oder Ahorn liegen auf. Die bunten Hölzer der Kulturlandschaft wie Kirsche, Walnuss, Birne oder Apfel sind natürlich auch vertreten. Zu den Baumarten gibt es Infotafeln. Darauf stellen sich die Bäume mit informativen Steckbriefen und Bildern vor.
Gebotsbekanntgabe am 15. Februar, anschließend Führungen
Die Veranstalter – das sind die Bayerischen Staatsforsten Forstbetrieb Ruhpolding, die Waldbesitzervereinigungen Traunstein und Laufen-Berchtesgaden sowie die Bayerische Forstverwaltung am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Traunstein – organisieren derweilen die weitere Versteigerung. Am 15. Februar 2019 um 09:30 Uhr werden die Ergebnisse beim Oberwirt in Otting (Achtung: Neuer Veranstaltungsort) öffentlich bekannt gegeben. Anschließend bietet das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein ab ca. 11:15 Uhr eine kostenlose fachkundige Führung über den Submissionsplatz an. Hier werden die besten Stämme der Versteigerung vorgestellt und Informationen zu den Baumarten und deren waldbauliche Behandlung gegeben. Am Samstag, den 16. Februar 2019 um 14:00 Uhr wird die Führung wiederholt.